Andreas Riedl: Virtuelle Globen in der Geovisualisierung. Untersuchung zum Einsatz von Multimediatechniken in der Geokommunikation. Mit einem Nachwort von Ingrid Kretschmer: Globenforschung in Österreich. Wien 2000 (Wiener Schriften zur Geographie und Kartographie 13). 140+16 S.

Die Arbeit ist eine ideenreiche, anregende Studie über die Ziele, Möglichkeiten und noch bestehenden Grenzen der inhaltlichen und technischen Gestaltung von multimedialen virtuellen Globen, die zahlreiche neue Möglichkeiten der Präsentation und Nutzung von Abbildungen unserer Erde aufzeigt.

Nach einer kurzen begrifflichen Einführung untersucht der Autor zunächst die Arten und Anwendungen, Vor- und Nachteile der analogen Globen und entwickelt aus zehn bewerteten Eigenschaften das Profil traditioneller Globen. Sehr ausführlich stellt der Autor dann die allgemeinen Grundlagen zu Multimediatechniken in der Geokommunikation vor: Computer, Internet, Medienkomponenten (Text bis Animation), Interaktivität, Interface-Design und Virtual Reality; er bewertet sie für die Entwicklung virtueller Globen, insbesondere seines eigenen Hyperglobus. Zunächst aber legt er das allgemeine Potential virtueller Globen dar. Zusammenfassend kontrastiert er die Eigenschaften dieser neuen (idealen) virtuellen und der (denkbaren) taktilen Hypergloben mit den traditionellen Globen in vergleichenden Globenprofilen. Dann beschreibt der Autor im wichtigsten fünften Kapitel seine 'Konzeptionierung und Umsetzung eines Hyperglobus', von der Entwicklungsplattform über die Benutzer-Schnittstellen bis zur Prototypisierung der Interface-Elemente. Viele gute Abbildungen zeigen die zahlreichen Interaktions-Möglichkeiten zur Darstellung von Räumen, Themen und Entwicklungen, vom Drehen, Rotieren und Zoomen des Globus, von Themenkombinationen, -überlagerungen und -vergleichen, von Planeten- und Mondgloben, von Gestaltungsvariationen und Einsatzmöglichkeiten. Die Schlussbetrachtung endet in einem euphorischen Ausblick auf weitere Entwicklungen und Anwendungen multimedialer, interaktiver virtueller Globen. - Die Abbildungen sind überzeugend, der Text ist wegen der willkürlichen deutsch-englischen Sprachmischung, vieler komplizierter Satzkonstruktionen und häufiger Wiederholungen nicht sehr leserfreundlich. Insgesamt jedoch ist die Studie ein innovatives Plädoyer für die kreative Entwicklung spezieller kartographischer Abbildungen für die zukünftige multimediale Kommunikation raumbezogener Daten und Informationen zum Verständnis globaler Probleme und Strategien.

Autor: Ulrich Freitag

Quelle: Die Erde, 131. Jahrgang, 2000, Heft 2

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