Florian Weber: Felicitas Hillmann: Marginale UrbanitätMigrantenökonomie und Stadtentwicklung

Rezensionsartikel:
Felicitas Hillmann (Hg.): Marginale Urbanität. Migrantisches Unternehmertum und Stadtentwicklung. Bielefeld 2011. 262 S.

Während in kommunalen Integrationsprogrammen seit etwa Mitte der 2000er Jahre zunehmend die Frage nach dem möglichen Beitrag von selbständigen MigrantInnen an der Wirtschaftsentwicklung in das Blickfeld rückt (bspw. in Nürnberg), wird in der wissenschaftlichen Diskussion bereits seit den 1970er Jahren auf das Thema „selbständige MigrantInnen" geschaut. Dennoch bestehen weiterhin Forschungslücken. An dieser Stelle setzt der von Felicitas Hillmann herausgegebene Sammelband „Marginale Urbanität" an, der sich dem „migrantischen Unternehmertum" und seiner Bedeutung für Prozesse der Stadtentwicklung zuwendet.

 

Im Einleitungsbeitrag hebt Felicitas Hillmann hervor, dass bisher wenig über Selbständige aus „nicht-EU-zugehörigen Ländern" (9) bekannt sei – eine Forschungslücke, die zu schließen sei. Die Begrifflichkeit der „marginalen Urbanität" leitet sie aus dem Marginalitätsbegriff der Forschung zu Megacities in sog. Entwicklungsländern ab. Sie versteht darunter die Entstehung eines in Städten „lokalisierten modernisierten Elends" und die Abdrängung von MigrantInnen in „Randbereiche des Arbeitsmarkts" (12). Die Marginalität wird auf den Arbeitsmarkt bezogen und beschreibt nicht die räumliche oder soziale Dimension. Zugleich soll der Begriff auch für eine Positionsveränderung von MigrantInnen hin zu einer „zentraleren Position auf dem Arbeitsmarkt und für die städtische Entwicklung" (16), ja sogar für eine tragende Rolle im Rahmen einer neuen Urbanität verwendet werden. Ist „marginal" allerdings nicht zu stark mit „statisch" und „randständig" verknüpft, um auch diese dynamische Entwicklung zu greifen? Und wie lassen sich wirtschaftlich erfolgreiche MigrantInnen mit „marginaler Urbanität" zusammen denken, die auch im Sammelband zur Sprache kommen?

In Abgrenzung zu früheren Forschungsarbeiten, die Erklärungen zu migrantischer Selbständigkeit in als wesenhaft gedachten „kulturellen" Unterschieden suchten (Kritik daran u. a. in Pütz 2004, 9-21), betont Hillmann, dass in den Beiträgen des Sammelbands dezidiert nicht auf „kulturalistische Erklärungsmuster" (12) zurückgegriffen werde, sondern u. a. strukturelle Rahmenbedingungen und Einwanderungsgeschichten berücksichtigt würden. Drei Beiträge führen in die Diskussion zu migrantischer Selbständigkeit ein, gefolgt von fünf Beiträgen mit Fallstudien zu MigrantInnen aus osteuropäischen, asiatischen, südamerikanischen und afrikanischen Ländern.

Im ersten Beitrag geben Felicitas Hillmann und Elena Sommer einen Überblick über „migrantische Ökonomien" in Deutschland. In der Darstellung des aktuellen Forschungsstands werden zentrale Entwicklungslinien hervorgehoben. Dabei wird ersichtlich, dass eine einseitige Betrachtung von Ressourcen oder Rahmenbedingungen zu kurz greift und der Versuch, Zusammenhänge zwischen „Kultur" und Unternehmertum herzustellen, problematisch ist. Mittels einer detaillierten Auswertung der Gewerbeanzeigenstatistiken der Jahre 2005 und 2007 werden Unterschiede nach Herkunftsgruppen (u. a. Türkei, EU15, EU Neu10) dargestellt.1 Innerhalb der Analyse ergibt sich eine gewisse Daten- und Informations-„Flut": Markante Abweichungen und Gemeinsamkeiten zwischen den unterschiedlichen analysierten Gruppen sind schwer herauszulesen. Im Fazit wird deutlich gemacht, dass es nicht „die" „migrantische Ökonomie" gibt. Indem allerdings zunächst von den „festen", analysierbaren Herkunftsgruppen der Statistik her argumentiert wird, wird die Falle, doch „Kultur" und Unternehmertum zusammenbringen, nicht vollends umgangen: „Variationen beim Frauenanteil" könnten zum Teil „kulturell" erklärt werden (80). Was unter „Kultur" zu verstehen ist, wird dabei nicht klar.

Kloosterman und Rath rücken den „mixed embeddedness"-Ansatz in den Mittelpunkt. Bei diesem Ansatz wird betont, dass neben Akteuren auch Möglichkeitsstrukturen, v. a. Märkte mit bestimmter Nachfrage, in Analysen zu „migrantischem Unternehmertum" zu beachten seien. Auf dieser Basis wird ein Modell mit vier Typen von Märkten entwickelt.2 In negativer Lesart werden vier „Schubladen" aufgemacht, in die Selbständige zugeordnet werden. Unklar bleibt der in diesem Zusammenhang genutzte Begriff des „ethnischen" Kapitals (92, 94, 97). Im anschließenden Kapitel wird auf Regulierungen geschaut, die Handeln einschränken (bspw. Gesetze) oder ermöglichen (bspw. Programme zur Unternehmensförderung). Die Darstellung letzterer Programme für 32 europäische Länder kann aufgrund der sehr kurzen Darstellung (106-108) leider nur an der Oberfläche bleiben. Der Aufsatz macht neben einem Einblick in den „mixed embeddedness"-Ansatz die Pluralität ökonomischen Handelns und politischen Steuerns bezogen auf „migrantisches Unternehmertum" deutlich. Außen vor gelassen wird allerdings die Gefahr einer Stigmatisierung, die aus spezifischen Förderprogrammen für selbständige MigrantInnen folgen kann (dazu bspw. Husseini de Araújo/Weber 2011).

Erol Yildiz kritisiert in seinem Beitrag, dass bisher nicht ausreichend „ökonomische" und "kulturelle" Potentiale (119) von MigrantInnen und Erfolgsgeschichten beachtet würden. Diese zeigten, dass MigrantInnen zur Stadtentwicklung und ökonomischen Aufwertung von Stadtquartieren beitragen könnten – sie sind also gerade nicht mehr „marginal". Als Beispiel dient Yildiz die Kölner Keupstraße, in der im Gegensatz zu negativer Berichterstattung, negativen Images und „Klischees" die Lebenswirklichkeit anders aussehe: es überwiege ein attraktives Bild mit „mediterranem Flair" (123). In der Analyse werden u. a. strategische „transkulturelle Praktiken" beleuchtet: UnternehmerInnen griffen bspw. „deutsche Vorstellungen vom ,Orient'" auf und nutzten diese für ihren wirtschaftlichen Erfolg (124). Dieser hat also nichts mit einer ihnen „innewohnenden" „kulturellen Andersartigkeit" zu tun. Yildiz beschäftigt sich ausschließlich mit den (positiven) Potentialen von MigrantInnen für Stadtgesellschaften und blendet dabei mögliche Probleme aus, was die Gefahr von Einseitigkeit birgt.

Elena Sommer wendet sich MigrantInnen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken in Deutschland zu. Grundlage bildet eine von ihr 2007-2008 durchgeführte Untersuchung in Düsseldorf, bei der sie 196 Selbständige ermittelte und von diesen 80 standardisiert befragte. Fast ein Drittel der erfassten Selbständigen sind ÄrztInnen. Da mit diesen allerdings keine Befragungen zustande kamen, versucht Sommer diese „Lücke" durch einen „Exkurs" zu lösen: Mittels eines Interviews aus einer Zeitschrift mit einer Ärztin wird gezeigt, wie diese ihre „Sprache" und das „Verstehen der Mentalität" ihrer „Landsleute" aktiv für ihre Tätigkeit nutzt (137). Im Rahmen der Ergebnisdarstellung wird – im Gegensatz zu den Ausführungen in den anderen Beiträgen des Sammelbands – ungünstigerweise nicht hinreichend geklärt, wie die 80 Befragungen zustande kamen und wie die dargestellten Ergebnisse entsprechend einzuschätzen sind.3 Auffällig sind die skizzierten Unterschiede zu anderen  Migrantengruppen, u. a. der geringe Rückgriff auf transnationale Beziehungen. Die Biographien zweier Unternehmerinnen geben Einblicke in unterschiedliche Gründungsmotive, Einflüsse des sozio-ökonomischen Kontextes und jeweilige Migrationsgeschichten. Abgesehen von gewissen Unklarheiten (u. a. unklare Quellen auf den Seiten 134-136, Auswahl der Befragten) ist es ein interessanter Einblick in Selbständige aus den ehemaligen Sowjetrepubliken in Düsseldorf, der Grundlage für weitergehende Forschungen sein kann.

Antonie Schmiz untersucht in ihrem Beitrag, „mit welchen Strategien" vietnamesische GroßhändlerInnen in Berlin auf Veränderungen seit der Wende 1989 reagieren (155). Sie greift auf den „mixed embeddedness"-Ansatz zurück, erweitert diesen aber um eine transnationale Perspektive, die notwendig sei, um aktuelle Prozesse zu erklären. Im Rahmen ihrer Analyse blickt sie auf zwei Großhandelszentren, in denen besonders viele vietnamesische MigrantInnen als Selbständige tätig sind (166). Darüber hinaus wird erläutert, dass Projekte, in denen „asiatische Handelszentren" (167) top-down und nicht von MigrantInnen aus gegründet werden sollten, in Berlin scheiterten. Damit hinterfragt Schmiz die einseitige Planung von oben. Planung ohne Partizipation der „Betroffenen" ist aber ein Problem, das in vielen Planungen zum Tragen kommt. Es handelt sich also nicht um eine Problematik, die sich ausschließlich oder besonders für MigrantInnen stellt, so dass dieser Aspekt etwas aus der sonstigen Argumentation, ausgehend von vietnamesischen MigrantInnen, heraus fällt. Im Anschluss werden zentrale „Strategien" herausgearbeitet, wie etwa Flexibilität und persönliche Netzwerke zwischen Berlin und Vietnam. Der Blick auf transnationale Verflechtungen zeigt, dass diese im vietnamesischen Großhandel mit eine zentrale Rolle spielen – ein Beitrag zum Verständnis von Arbeitsweisen vietnamesischer MigrantInnen im Berliner Großhandel.

Felicitas Hillmann und Sandra Bröring blicken auf die „Arbeitsmarktintegration" von MigrantInnen aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Nach einer Einführung in die schwierige Situation von MigrantInnen auf dem deutschen Arbeitsmarkt werden amtliche Statistiken ausgewertet. Dieses Kapitel ist allerdings so stark komprimiert, dass Ergebnisse bzw. Inhalte der Abbildungen im Text nur extrem knapp skizziert werden. Besonders die Säulenstapeldiagramme (Abb. 1 bis 3) sind in Bezug auf markante Charakteristika schwer „lesbar". Im Anschluss werden Ergebnisse einer eigenen Untersuchung dargestellt. Etwas vage bleibt die in der Einleitung angekündigte räumliche Logik „je nach Zuwanderungsgruppe" (182): Ist damit gemeint, dass Hochqualifizierte aus Indien v. a. aus einem bestimmten Teil des Landes kämen und KünstlerInnen aus Brasilien sich primär in Großstädten ansiedelten? Unterschiedliche „Strategien" von MigrantInnen, wie der Rückgriff auf internationale Netzwerke oder das aktive Nutzen der Herkunft, werden nachvollziehbar gemacht und in Verbindung mit Migrationsgeschichten und Rahmenbedingungen belegt. Es werden die große Heterogenität beim Arbeitsmarktzugang für MigrantInnen und spezifische Handlungsoptionen deutlich – eine Auffächerung gegenüber zu einfachen Begründungsmustern.

Jana Taube und Alejandra Borja rücken sog. Afro-Shops in Berlin-Neukölln, Geschäftsgründungen durch afrikanische MigrantInnen der ersten Generation, ins Zentrum ihres Interesses und wollen deren Bedeutungen „für das Leben im lokalen urbanen Raum" (209) herausarbeiten. Es wird verdeutlicht, dass diese Shops nicht nur zur Nahversorgung mit Lebensmitteln beitragen. Sie stellen auch ein Stück „Heimat" durch Gerüche und Geräusche dar, sie sind Orte, an denen „Identitäten" gelebt und neu ausgehandelt werden können, und sie fungieren als Jobbörse. Vor diesem Hintergrund führen die Autorinnen aus, dass Potentiale und Funktionen dieser Läden stärker zu berücksichtigen seien – gerade nicht nur für MigrantInnen. Nicht ganz stringent umgesetzt, ist der Bezug auf den „mixed embeddedness"-Ansatz: Die Analyse wird nicht konsequent vor dem Hintergrund des Ansatzes beschrieben. Die tendenzielle geringere Berücksichtigung von „mixed embeddedness" in der Analyse tut der Qualität des Artikels aber keine Abbruch: Es handelt sich um einen spannenden Beitrag, der viele Aspekte und Facetten von Afro-Shops in Berlin beleuchtet.

Im letzten Artikel fragt Inken Carstensen-Egwuom nach dem Zusammenspiel zwischen der „sozialen Inkorporation"4 einzelner MigrantInnen und ihrem Status als UnternehmerInnen. Es wird hervorhoben, dass nicht nur nationale, sondern auch regionale und lokale Kontexte bei der Betrachtung von „Inkorporation" einzubeziehen seien. Eine gewisse Unklarheit ergibt sich in Bezug auf das angeführte „City Scale"-Konzept, da dieses in Analyse und Fazit nicht mehr aufgegriffen wird. In Kapitel 3 wird zwar das Fallbeispiel Chemnitz als Down Scale City benannt, allerdings bleibt diese Zuordnung recht vage. In der Analyse erfolgt eine Beschränkung auf den „Inkorporationspfad" des/r VorzeigemigrantIn/des „lokalen öffentlichen Ausländer(s)". Vor dem Hintergrund der besonderen Lage in Chemnitz mit geringem Ausländeranteil wäre es allerdings interessant gewesen, auch Einblicke in andere „Inkorporationspfade" zu erhalten. Im Rahmen der Analyse wird zunächst die Ausstellung „Wir sind Sachsen" (240) untersucht, in der selbständige MigrantInnen als Potential dargestellt wurden. Die Autorin kritisiert an der Ausstellung u. a., dass nicht die „Normalität" dargestellt würde, sondern nur Erfolgsgeschichten. Dies ist aber nicht unbedingt verwunderlich, wenn die Ausstellung explizit mit „best practice"-Beispielen wirbt (siehe Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2010). Danach erfolgt ein Blick auf antirassistische Projekte, in denen durch die Arbeit mit „Vorzeigemigranten" deren „Andersartigkeit und Fremdheit" (245) als etwas Positives für die Stadt dargestellt werde. Die Autorin zeigt dieses Vorgehen am Beispiel eines Migranten aus Ghana, der in Chemnitz als Musiker tätig ist. Dieser nimmt die Rolle des „Vorzeigemigranten" an und nutzt sie als Geschäftsstrategie. Hier gelingt es nachvollziehbar, die Interaktion aus sozialer Inkorporation und dem Status als Unternehmer zu beleuchten.

Fazit
Die Beiträge des Sammelbands spiegeln eine große Bandbreite wider, von makroökonomischen Betrachtungen bis hin zu Migrationsgeschichten einzelner MigrantInnen. Zu bemängeln für die Kohärenz ist, dass der Titel des Bandes – „Marginale Urbanität" – nur im Einleitungskapitel als Begrifflichkeit beschrieben wird. Zwar ist der Beitrag von Schmiz „Marginale Ökonomie" benannt, allerdings wird auch hier „marginal" nicht weitergeführt. Die Begrifflichkeit hätte stringent als Referenz in den Beiträgen aufgegriffen, präzisiert, erweitert oder verändert werden können. Wie bereits angedeutet, ist der Begriff „marginal" möglicherweise aber auch nicht für alle Situationen passend, so dass er nicht stärker genutzt wurde.

Bisherige Begrifflichkeiten wie „ethnische Ökonomie", „migrantische Ökonomie", oder „immigrant entrepreneurship" sind mit dem „migrantischen Unternehmertum" – u. a. im Titel und Einleitungsbeitrag genutzt – um eine Bezeichnung reicher. Wieso dieser Begriff allerdings genutzt wird, hätte stärker deutlich gemacht werden können. Abgesehen von diesen und bei den einzelnen Beiträgen beschriebenen kleineren Unschärfen liest sich der Band gut und erscheint auch für Studierende, für die dieses Thema neu ist, verständlich und nachvollziehbar. Wichtige Kernaspekte und Konzeptionen werden in allen Beiträgen dargelegt. Der Band gibt einen guten Überblick über den bisherigen Forschungsstand, führt zur Verfügung stehende Informationen zusammen und lässt die Bedeutung von MigrantInnen als Selbständige in aktuellen Stadtgesellschaften sowie sich vollziehende Veränderungen hervor scheinen. Der/die LeserIn erhält Einblicke in Beweggründe von MigrantInnen zur Selbständigkeit, in unterschiedliche Geschäftsstrategien, transnationale Verflechtungen, Anpassungsstrategien und bestehende Schwierigkeiten von MigrantInnen auf dem Arbeitsmarkt. Die besondere Stärke der Beiträge liegt in den qualitativen Analysen bzw. Passagen (u. a. Taube/Borja und Yildiz bzw. Hillmann/Bröring
(193-201) und Sommer (137, 145-151)), in denen die große Vielfalt „migrantischen Unternehmertums" deutlich wird. In allen Artikeln tauchen immer wieder unerwartete Aspekte aktueller Stadtentwicklungen auf, wie bspw. angepasstes unternehmerisches Handeln in der Kölner Keupstraße oder die Funktionen von Afro-Shops in Berlin. Der Band stellt eine Bereicherung der aktuellen Forschung dar.


Anmerkungen
1    Zu beachten ist, dass in dieser Statistik nur nach Deutschen und AusländerInnen unterschieden werden kann, womit MigrantInnen mit deutscher Staatsangehörigkeit unberücksichtigt bleiben.
          
2    Kloostermann und Rath unterscheiden „stagnierende, hochqualifizierte Märkte", „post-industrielle, hochqualifizierte Märkte", „Märkte mit lückenhaften Arbeitsformationen" und „post-industrielle niedrigqualifizierte  Märkte" anhand von Wachstumspotenzial und Humankapital.
     
3    Per Email-Kontakt konnte geklärt werden, dass von den ermittelten 196 Selbständigen ausgegangen wurde. Da ÄrztInnen aus Zeitgründen nicht für Befragungen zur Verfügung standen, reduzierte sich die Zahl auf 138. Es wurde versucht, verschiedene Branchen unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht sowie weiterer Faktoren zu berücksichtigen. Nach 80 Befragungen wurde die Untersuchung beendet (Mailkontakt vom 09.01.2011 mit der Autorin des Artikels). Die dargestellten Ergebnisse stellen also nur einen bestimmten, begrenzten Ausschnitt dar und sind nicht repräsentativ.
     
4    Als „Inkorporation" wird – vereinfacht – die Art und Weise gefasst, wie MigrantInnen ihre „sozialen Positionen in unterschiedlichen sozialräumlichen Beziehungsgefügen finden und gestalten" (230).


Literatur
Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2010: Ausstellung „Wir in Sachsen – Vielfalt – Unternehmergeist – Erfolg" geht auf Wanderschaft. http://www.esf.de/portal/generator/14482/2010__06__29__ausstellung__wir__in__sachsen.html (11.01.2012).

Husseini de Araújo, Shadia, Florian Weber 2011: Erfolgreiche Wirtschaftsförderung oder Stigmatisierung? Die Unterstützung von „Migrantenökonomien" aus der Perspektive von stadtpolitischen Institutionen und Selbstständigen mit Migrationshintergrund in Nürnberg. In: Diefenbacher, Michael, Steven M. Zahlaus (Hg.): Dageblieben! Zuwanderung nach Nürnberg gestern und heute. Nürnberg. S. 261-274.

Pütz, Robert 2004: Transkulturalität als Praxis. Unternehmer türkischer Herkunft in Berlin. Bielefeld.


Zitierweise:
Florian Weber 2012: Migrantenökonomieen und Stadtentwicklung. In: http://www.raumnachrichten.de/rezensionen/1523-florian-weber-migrantenoekonomieen-und-stadtentwicklung


Anschrift des Verfassers:
Florian Weber
Institut für Geographie
Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg
Kochstr. 4/4
D-91054 Erlangen


Tel. 09131/ 85-23300
Fax. 09131/ 85-22013

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eine weitere Rezension des Buches von Felicitas Hillmann finden Sie hier:

HSozKult

    

 

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