Jonathan Rigg (Ed.): Counting the costs: economic growth and environmental change in Thailand. Singapur 1996. 267 S.

Selten wurde in der Zeit des Wirtschaftsbooms in Südostasien, weniger noch seit Einbruch der Asienkrise nach den Folgen und
Kosten dieses gravierenden, doppelten Umbruchs für die Umwelt gefragt. Es ist daher ein Verdienst des Herausgebers, in zwölf Beiträgen ausgewiesener Landeskenner erstmals eine von verschiedenen Blickwinkeln getragene Bestandsaufnahme des Konfliktes von Wirtschaftswachstum und Umweltfolgen in Thailand vorzulegen - einem Staat, in dem schonungslose Landeserschließung und Rohstoffausbeutung dazu führten, daß heute die natürlichen Ressourcen weitgehend erschöpft oder belastet und kaum noch naturnahe Reserveflächen vorhanden sind. In dem Sammelband werden wesentliche Aspekte angesprochen: Die Rolle und Bedeutung des Buddhismus beim Schutz der Umwelt (vor allem der Wälder), traditionelle Brandrodungsmethoden und ihre Folgen, Formen der Umweltdegradation in ländlichen Regionen sowie in der Megastadt Bangkok, Möglichkeiten gezielten Managements der Ressourcenentnahme (an den Beispielen der Wasserverschmutzung wie der Erdöl- und Erdgasexploration) sowie die Motive und Aktionen thailändischer Interessengruppen zum Erhalt der Umwelt.
Insgesamt: Eine gute Auswahl zumeist ausgezeichneter Beiträge. Allein durch die häufige Problematik von Tagungsbänden, in
denen die Einzelartikel unverbunden nebeneinander stehen, läßt das Buch eine systematische Bewertung vermissen, die auch in
dem einleitenden Überblicksbeitrag des Herausgebers nicht geleistet werden kann. Die Denkanstöße jedoch sind sehr geeignet,
den beginnenden ökologischen Umdenkungsprozeß in Thailand zu flankieren.
Autorin: Frauke Kraas

Quelle: Erdkunde, 54. Jahrgang, 2000, Heft 2, S. 180-181

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