Jürgen Bähr und Ulrich Jürgens (Hg.): Transformationsprozesse im Südlichen Afrika - Konsequenzen für Gesellschaft und Natur. Kiel 2000 (Kieler Geographische Schriften 104). 222 S.

Unter dem Motto, Transformationsprozesse im Südlichen Afrika in den 90er Jahren zu analysieren trafen sich im Oktober 1999 Geographinnen und Geographen sowie andere Sozialwissenschaftler und Sozialwissenschaftlerinnen zu einem Symposium, um aus ihren jeweiligen Spezialgebieten zu berichten. So entstand dieser Sammelband mit einem bunten Spektrum an Beiträgen. Der Themenkatalog umfasst Regionalisierungsfragen, Wahlanalysen, eine Analyse der Rolle des ANC in Südafrika, Dürrehilfe in Botswana, Wohnungsbauförderung in Südafrika, Transformation eines Wohngebietes in Johannesburg, städtische Landwirtschaft, Wirtschaftsentwicklung in Kleinstädten Namibias, Rückgang des Waldes in Landreformgebieten Zimbabwes, Weidewirtschaft und Ressourcendegradierung in Lesotho, Zusammenhänge zwischen Rohstoffreichtum und Wirtschaftswachstum, Tourismus in der Kapregion, nicht-weiße Unternehmerschaft in Südafrika, Steuerpolitik und ihr Einfluss auf ausländische Privatinvestitionen. Die Herausgeber haben angesichts dieser Vielfalt von Themen und Ländern gar nicht erst den wohl zum Scheitern verurteilten Versuch unternommen, zu einer einordnenden Interpretation der Beiträge und zu Schlussfolgerungen über Transformationsprozesse im Südlichen Afrika zu gelangen. Die meisten Autoren und Autorinnen haben sich auch gar nicht erst bemüht, ihre - z. T. akribisch im Detail und ohne Fazit wiedergegebenen - Forschungsergebnisse auf das übergeordnete Thema zu beziehen. Insgesamt also eher ein ernüchterndes Dokument unseres Wissenschaftsbetriebes als ein Buch, das die Neugier bzgl. des Erfolgs der Transformationsprozesse im Südlichen Afrika befriedigen kann.    
Autor: Theo Rauch

Quelle: Erdkunde, 56. Jahrgang, 2002, Heft 4, S. 419

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