Olavi Granö (ed.): Origin of Landscape Science. J. G. Granö and a New Pure Geography for a New State. 144 S. und 18 Photos. Hakapaino Oy 2003 (Publicationes Instituti Geographici Universitatis Turkuensis 167). 144 S.

Ein Beitrag zur Geographiegeschichte? Eine Diskussion des Landschaftsbegriffs? Ein Erinnerungsbändchen an einen großen Geographen? Die hier angezeigte Publikation ist dieses alles zugleich!

Die 120-jährige Wiederkehr des Geburtstages von Johannes Gabriel Granö (1882-1956) und der 100. Geburtstag seines Schülers, Mitarbeiters und späteren Nachfolgers auf dem Lehrstuhl an der Universität in Tartu/Estland Edgar Kant (1902-1978) sind willkommener Anlass zu einer Reflexion über die Bedeutung der im fennobaltischen Bereich einflussreichen Landschaftsforschung und der von J. G. Granö entwickelten und betriebenen "Reinen Geographie". OLAVI GRANÖ, langjähriger Professor der Geographie an der Universität Turku und Sohn des hier Geehrten, gibt ausführliche und disziplingeschichtlich aufschlussreiche Details der Voraussetzungen und Einflüsse, die zu J. G. Granös Geographieverständnis und seiner Wirkungsgeschichte führten. In die englische Sprache übersetzte Wiederabdrucke des 1919 in Tartu publizierten Grundsatzpapiers "On Geography as a Science and a University Discipline" sowie seine Antrittsvorlesung in Turku vom Jahre 1926 über "The Finnish Landscape" sind aus heutiger Sicht wohl eher als historische Dokumente zu bewerten. Zwei Beiträge von MICHAEL JONES (Human Geographical Landscapes: J. G. Granö's Approach to Landscape as Scientist and Artist) und ANNE BUTTIMER (Estonian Geographers Honour Twentieth Century Pioneers) sowie persönliche Erinnerungen des Herausgebers an seinen Vater und an E. Kant runden das sympathische Bändchen ab. Es ist mit reichem Literaturverzeichnis und einer umfangreichen wissenschaftlichen Referenzliste zum Werk J. G. Granös versehen und darf vor allem geographiegeschichtliches Interesse beanspruchen.
Autor: Eckart Ehlers

Quelle: Erdkunde, 58. Jahrgang, 2004, Heft 1

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