Enno Poppinga: Auf Nebenstrecken zum Kunden. Verkehrliche und wirtschaftliche Impulse für den ländlichen Raum in Deutschland durch Markenführung im regionalen Schienenverkehr. Mannheim 2005 (Studien zur Mobilitäts- und Verkehrsforschung 12). 194 S.

Die Bahn, die eigentlich im ländlichen Raum im Vergleich zum Auto ein Schattendasein führt, muss nach Meinung des Autors für Nutzer, Betreiber und andere Akteure künftig eine wichtigere Rolle spielen. Seines Erachtens muss ein Bedienungskonzept her, das räumliche Aspekte sowie emotionale Komponenten besser berücksichtigt. Kurz gesagt, Bahnfahren muss mehr sein als Transportleistung, es bedarf der Emotionalisierung durch Markenführung.

Durch Markenführung kann ein bestimmtes Image, eine Lebenswelt oder sogar eine Kultur verkörpert werden, was jedoch im Falle der Bahn insbesondere im ländlichen Raum problematisch ist. Den interessanten Ansatz des Markenmodells wendet POPPINGA an den zwei Beispielen Naumburg und Neuruppin an, um die positiven räumlichen Effekte der Marke "Regionalverkehr" aufzuzeigen.
Die erforderlichen Veränderungen des Verkehrsverhaltens hin zur Bahn müssen sich seiner Meinung nach aufgrund von Mobilitätsvorteilen ergeben. POPPINGA kommt zu dem Schluss, "dass eine emotional aufgeladene, mit positivem Nutzen behaftete Bahnmarke [...] ein neuer Lösungsweg hin zum nachhaltigen Verkehr [ist]."    
Autor: Thomas Mager

Quelle: Erdkunde, 60. Jahrgang, 2006, Heft 2, S. 188

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