Kerstin Krellenberg: Stadtökologische Untersuchungen in Buenos Aires mit terrestrischen und fernerkundlichen Methoden unter besonderer Berücksichtigung von Stadtstrukturtypen und Grünanlagen. Berlin 2007. 254 S.

Kerstin Krellenberg hat sich im Rahmen der stadtökologischen Forschungen am Geographischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin sehr intensiv mit der Megacity Buenos Aires beschäftigt. Dabei hat sie einen methodologischen Ansatz gewählt, der bei vielen fernerkundlichen Fragestellungen nicht angewendet wird – sie verknüpft diese mit einer terrestrischen Kartierung. Der eigentliche methodische Schwerpunkt liegt auf dem Vergleich der Aussagemöglichkeiten räumlich hoch auflösender Satellitenbilddaten auf unterschiedlichen Maßstabsebenen.

Eingangs formuliert Krellenberg auf der Grundlage der aktuellen Megacity-Forschungen ihre allgemeine Zielsetzung: das Aufzeigen sowohl von der Regierung als auch von der Gesellschaft bislang kaum wahrgenommener ökologischer Probleme. Im folgenden Kapitel beschäftigt sie sich mit der Bedeutung der Stadtökologie für Megacities. Während die internationale Literatur ein wenig zu kurz kommt, sind die Aussagen zur urbanen fernerkundlichen Forschung wissenschaftlich sehr fundiert. Dies gilt auch für alle handwerklichen Teile der Arbeit, die mit einer sehr hohen Qualität überzeugen. Im dritten Kapitel geht die Autorin auf ihre Untersuchungsregion ein und begründet geographisch vollkommen zu Recht die Auswahl ihres transektoralen Untersuchungsansatzes. Darauf aufbauend und vor dem Hintergrund der intensiven Flächennutzung leitet sie sieben konkrete Problemstellungen ab. Diese beziehen sich auf die aktuelle Flächennutzung auf Baublockebene und dabei insbesondere auf den Anteil und die Ausstattung vegetationsbestandener Flächen. Letztlich sollen durch die Verknüpfung von objektbasierten Satellitenbildverfahren mit terrestrischen Kartierungen Vorschläge für eine ökologische Stadtplanung unterbreitet werden. Dass dies zum Erfolg führt, kann die Autorin nicht zuletzt dadurch zeigen, indem sie einen urbanstrukturellen Zugang zu Grunde legt. Dies ist ein sehr starkes Instrument für eine vergleichende Betrachtung in der Megacity und die daraus abgeleiteten und damit übertragbaren Ergebnisse. Die Anwendung der terrestrischen und satellitenbildgestützten Auswertungsverfahren zeugen von sehr hoher Qualität und bieten damit eine entsprechende Basis für die Verknüpfung und die Diskussion derselben. Zum Ende können damit Perspektiven und Lösungsansätze auf unterschiedlichster Maßstabsebene aufgezeigt werden. Insgesamt kann die Arbeit als außerordentlich gelungen bezeichnet werden. Sie bildet insbesondere eine sehr gute Grundlage für die Ausweitung der vorgestellten Methoden auf der Basis urbanstruktureller Untersuchungen in Megacities weltweit.

Autor: Martin Sauerwein

Quelle: Die Erde, 139. Jahrgang, 2008, Heft 3, S. 278-279

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