Rolf Sternberg (Hg.): Deutsche Gründungsregionen. Berlin 2006 (Wirtschaftsgeographie 38). 346 S.

Der Sammelband - erwachsen aus dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Schwerpunktprogramm "Interdisziplinäre Gründungsforschung" (1999-2004) - beinhaltet detaillierte Analysen 15 ausgewählter deutscher sog. Gründungsregionen in 12 Beiträgen von 21 Autorinnen und Autoren, darunter acht aus Geographischen Instituten.

Eine Gründungsregion wird vom Herausgeber ROLF STERNBERG (Kap. 1) verstanden als "Bezeichnung für alle Determinanten und Merkmale, die das Gründungsgeschehen einer Region erklären und beschreiben" (S. 7). Die in Kapitel 1 vorgenommene Einordnung in den allgemeinen Forschungsstand der Gründungsforschung zeigt, dass bislang die räumliche (regionale) Perspektive vernachlässigt wurde. Mit dem Band wird - insgesamt erfolgreich - versucht, diese Forschungslücke zu schließen.
Bei der Auswahl der zu analysierenden Gründungsregionen musste pragmatisch - nach der Verfügbarkeit entsprechender Bearbeiter - vorgegangen werden; der Herausgeber geht aber dennoch von einem in der Gesamtheit durchaus repräsentativen Bild deutscher (Gründungs-)Regionen aus.
Die räumlichen Einzelanalysen sind z.T. monographisch (z.B. Region München), teilweise vergleichend (u.a. das Gründungsgeschehen in Dresden, Rostock und Karlsruhe) und/oder in einigen Fällen auch unter speziellen thematischen Aspekten (z.B. Köln und Mainz: "Gründungen im Zuge der Clusterrevolution am Beispiel der TV-Branche") angelegt. Deren Aussagekraft wird durch die Datenverfügbarkeit eingeschränkt: Benutzt wird vor allem eine Betriebsdatei des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die sich auf die Statistik der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bezieht.
Zentrale empirische Ergebnisse und "gründungspolitische Implikationen" (Handlungsempfehlungen) sind vom Herausgeber im Einleitungskapitel knapp tabellarisch zusammengestellt sowie zu Beginn jedes Kapitel zusammengefasst, was die rasche Erfassung wesentlicher Resultate ebenso erleichtert wie die Orientierung im Band durch ein Schlagwortregister.
Autor: Heinz Heineberg

Quelle: Erdkunde, 61. Jahrgang, 2007, Heft 3, S. 299

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