Rebekka Ladewig und Annette Vowinckel (Hg.): Am Ball der Zeit. Fußball als Ereignis und Faszinosum. Bielefeld 2009. 185 S.

Der Unzahl an Platituden, die in diesem Band versammelt sind, lässt sich nur mit einer uralten Rezensenten-Platitude gerecht werden: „There are books and non-books. This is a non-book.“ Einigen Beiträgen lässt sich vielleicht noch das Etikett „gehobenes Sportreporter-Feuilleton“ zuerkennen. Eine Kostprobe: „Das zarte Grün des Rasens, von dem sich das bunte Ballett der Spieler abhebt, die Arabesken der Außenstürmer, die geometrische Entwicklung des Spiels, die Paraden der Torhüter ... sie machen aus dem Fußball eine visuelle Kunst, die sich in den Rängen fortsetzt...“ (115).

Wer will, mag sowas lesen. Warum es in einer wissenschaftlichen Reihe „Kultur- und Medientheorie“ gedruckt werden muss, bleibt jedoch schleierhaft. Noch schlimmer allerdings sind die Beiträge, die sich einem pseudowissenschaftlichen Jargon verschrieben haben, der zu nichts taugt als dazu, sich selbst zu feiern. Kostprobe hierzu: „Fußball... lässt sich beschreiben als die potenziell kontinuierlich und überall spannungsreiche Modellierung, die Gestaltwerdung von Kontingenz“ (27f). Wäre ich, statt das Buch zu lesen, zu einem Heimspiel des FCK auf den Betzenberg gefahren, hätte ich einen intellektuell weit ertragreicheren Nachmittag in meinem Tagebuch notieren können.
Gerhard Hauck

 

Quelle: Peripherie, 29. Jahrgang, 2009, Heft 116, S. 116-120

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