Vera Friedländer, Erwin Schmidt: Kleine Geschichte der geographischen Entdeckungen. Berlin 2004. 311 S.

Abhandlungen zur Geschichte der geographischen Entdeckungen der überseeischen Welt gibt es auch in deutscher Sprache nicht wenige, und es erscheinen immer neue. Sicherlich werden in Überblicksdarstellungen kaum neue Erkenntnisse präsentiert; diese muss man anhand von Fallbeispielen in der wissenschaftlichen Spezialliteratur suchen. Dennoch haben auch Überblicksdarstellungen ihre Berechtigung.

Dies gilt für die vorliegende: eine solide Arbeit, die die Forschungsergebnisse zur Geschichte der geographischen Entdeckungen der Erde aus den Augen der Europäer adäquat zusammenfasst. Neben den Entdeckungen des afrikanischen, des asiatischen und des australischen Kontinents durch Europäer wird auch auf die Erschließung Nordamerikas eingegangen. Besonders verdienstvoll sind hier die Darstellungen zum Anteil russischer Entdecker. Der Band ist in fünf Komplexe, jeweils mit Unterkapiteln, gegliedert und mit historischen Abbildungen illustriert; einige längere, zumeist sehr anschauliche Zitate aus den Entdeckungsberichten lockern den Text auf. In der angehängten Bibliographie findet der interessierte Leser nicht gerade die neueste Literatur; auch fehlen dort einige wichtige Standardwerke. Diese Monita sind dem Text allerdings nicht allzu sehr anzumerken, wenngleich es sicherlich von Vorteil gewesen wäre, wenn stärker auf aktuelle Debatten und neueste Forschungsergebnisse in der Entdeckungsgeschichte hingewiesen worden wäre. Insofern kann das Buch ein ausgesprochen wissenschaftliches Interesse sicherlich nicht befriedigen; es vermag jedoch Interesse an diesem Kapitel der geographischen Wissenschaftsgeschichte zu wecken.

Autor: Ulrich van der Heyden

Quelle: Die Erde, 135. Jahrgang, 2004, Heft 3-4, S. 319-320

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