Schröder, Johannes H. (Hrsg.): Steine in deutschen Städten II. Entdeckungsrouten in Architektur und Stadtgeschichte. – Berlin: Geowissenschaftler in Berlin und Brandenburg e.V. 2013. 238 S.


In fremden Städten fallen mir immer wieder Gesteine auf,  von denen ich gerne wüsste, woher sie kommen und wie sie heißen – so zum Beispiel vor etwa einem Jahr in Berlin, und – welch Glücksfall! – ich fand im Shop des Naturkundemuseums den Band „Steine in deutschen Städten I“ und darin auch das gesuchte Gestein. Nun liegt der zweite Band dieses Führers vor, welcher zu geologisch-petrographischen Spaziergängen von je etwa zwei Stunden Dauer in den Städten Chemnitz,  Cottbus, Halle, Magdeburg, Hamburg,  Goslar, Minden, Münster,  Worms, Freiburg, Straubing, Wunsiedel, Hof und Berlin-Charlottenburg einlädt. Zudem werden in separaten Kapiteln Entstehung,  Eigenschaften und Bearbeitung von Naturwerksteinen sowie die wichtigsten Fachausdrücke kurz erläutert. Zu jeder behandelten Stadt gibt es einige generelle Informationen, die Stadtgeschichte in Kürzestform, und dann wird eine „Stein-Route“ vorgeschlagen, welche aus „Verweilpunkten“ und Vorbeigehpunkten besteht.


Diese „Entdeckungsrouten in Architektur und Stadtgeschichte“ sind sehr kompakt zusammengestellt und reich bebildert; sie machen richtig Lust die Städte zu besuchen. Die Touren zeigen, dass die an historischen Bauwerken verwendeten Naturwerksteine den geologischen Untergrund und die Umgebung einer Stadt widerspiegeln und dass mit der Verbesserung der Transportmöglichkeiten in jüngerer Zeit auch Gesteine von weiter her geholt wurden, zunächst aus umliegenden Regionen und benachbarten oder befreundeten Ländern und in jüngster Zeit dann sogar von überall her auf der Welt. So stellt der Führer unter anderem Gesteine aus Indien, Südafrika, Brasilien oder China dar, um nur einige exotische Herkunftsorte zu nennen. Damit wird die heutige Internationalität des Steinhandels und damit generell die Globalisierung der Wirtschaft unmittelbar nachvollziehbar.

Es lohnt sich allerdings, den Führer bereits vor einem geplanten Spaziergang in einer bestimmten Stadt eingehend zu studieren, um einigermaßen zu verstehen, wo was nachgeschlagen werden kann, denn leider braucht es etwas Zeit den Aufbau zu ergründen. Beim Durchlesen und Nachschlagen hätte ich mir eine Seite, am besten als herausnehmbare Einlegekarte, gewünscht, auf welcher die Bedeutungen der verwendeten Farben- und der Buchstabencodes angegeben wären, welche wegen der Kompaktheit des Führers nötig sind. Zudem gibt es unnötige Wiederholungen, so steht z.B. bei jeder Stadt wieder neu, dass nur die Verweilpunkte nicht aber die Vorbeigehpunkte genauer beschrieben werden. Dieser Platz könnte für interessantere Erläuterungen genutzt werden. Aber eines ist sicher: Dieser Band gehört ins Büchergestell (und Reisegepäck) jedes und jeder an Gesteinen interessierten Städtereisenden!
Christine Bläuer (Fribourg)

 

DIE ERDE · Vol. 145 · 3/2014, S. 191

 

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