Amt für Raumordnung und Vermessung 2007: Raumentwicklung. Publikationsreihe Raumbeobachtung Kanton Zürich, Heft 25. Zürich: Baudirektion Kanton Zürich. 52 S.

Der Umgang mit den bestehenden Siedlungen ist die zentrale Zukunftsaufgabe der Raumplanung. Dies zeigt die neuste Publikation Raumentwicklung des Amts für Raumordnung und Vermessung der Baudirektion Kanton Zürich.

Im Kanton Zürich findet heute schon vielerorts – nicht zuletzt wegen der hohen Boden- und Immobilienpreise – eine Verdichtung der bereits bestehenden Siedlungen statt. Gleichzeitig wird pro Person immer mehr Wohnfläche beansprucht. Das führt dazu, dass die Siedlungen zwar dichter gebaut sind, die Einwohnerdichte jedoch nicht im gleichen Ausmass zunimmt. Daher wird weiterhin auf der grünen Wiese Bauland beansprucht: Seit Anfang der 1990er Jahre wurden jährlich rund 160 ha Bauzone im Kanton neu überbaut. Der Druck auf die freie Landschaft hält damit unvermindert an.

Unzerschnittene Landschaftskammern sind im Kanton Zürich eine Rarität geworden. Um die noch vorhandenen Landschaften zu schonen und zu erhalten, ist der Umgang mit den bestehenden Siedlungen und insbesondere die Nutzung der vorhandenen Reserven im Bestand auch in Zukunft eine wesentliche Aufgabe der Raumplanung. Dabei sollen vor allem die durch den öffentlichen Verkehr gut erschlossenen Lagen weiter entwickelt werden. Die elf im kantonalen Richtplan festgelegten Zentrumsgebiete haben hierfür ein grosses Potenzial: Der Gebäudebestand könnte hier auf der Grundlage der geltenden Zonenpläne noch um rund ein Drittel erweitert werden. Diese Aufgabe stellt jedoch besondere Herausforderungen an die Qualität der Planungen. Eine besondere Herausforderung ist die Belastung durch den Verkehrslärm. Der damit verbundene Problemdruck könnte sich angesichts des wachsenden Verkehrsaufkommens noch weiter verstärken.

In den letzten Jahren sind im Kanton Zürich jedoch schon viele positive Beispiele für den Stadtumbau entstanden. Besonders in den vier Stadtlandschaften – Zürich, Glattal, Limmattal und Winterthur – wurden ganze Stadtteile umstrukturiert, verdichtet und städtebaulich aufgewertet. Anspruchsvolle Architektur und Umgebungsgestaltung machen urbanes Wohnen auch für Familien wieder attraktiv. Aber nicht nur in den urbanen Zentren bestehen Entwicklungschancen für die innere Verdichtung. Auf Grund des Strukturwandels in der Landwirtschaft liegen gerade auch in kleineren ländlichen Gemeinden grosse Gebäudevolumen brach, die zur Siedlungsentwicklung nach innen genutzt werden können.

Die vorliegende Publikation Raumentwicklung – bereits das 25. Heft in der vor mehr als 25 Jahren begonnenen Reihe «Raumbeobachtung Kanton Zürich» – stellt eine wichtige Grundlage für die angelaufene Gesamtüberprüfung des kantonalen Richtplans dar. Sie gibt anhand von zahlreichen Indikatoren Aufschluss über die Entwicklung von Bevölkerung, Beschäftigten, Siedlung, Verkehr und Landschaft im Kanton Zürich und weist auf künftige Herausforderungen für die Raumplanung hin. Die behandelten Themen sind mit Karten und Grafiken anschaulich illustriert.

Barbara Schultz, Zürich

 

disP 172, 1/2008, S. 103

 

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