Hans-Joachim Späth (Hg.): Landnutzung und Desertifikation in Nord- und Westafrika. Fallstudien aus Marokko, Niger und Togo. Paderborn 1997 (Paderborner Geographische Studien, Band 6). 170 S.

In drei Beiträgen wird der Versuch unternommen, die Desertifikationsproblematik an Beispielen aus dem westlichen Afrika aus natur-, sozial- und ingenieurwissenschaftlicher Perspektive zu beleuchten.

Für Marokko wird geprüft, inwieweit die Entwaldung und Überweidung oberhalb bewässerter Hangterrassen zu deren Degradation beiträgt. Produktionsschädigende Wirkungen lassen sich nicht nachweisen. Vielmehr weist die agro-energetische Analyse diese Nutzungsform als effizient, umweltschonend und profitabel aus. Für Niamey/Niger kann gezeigt werden, dass als Folge der sich beständig verschärfenden Feuerholzkrise eine radikale Entwaldung erfolgt, die bereits ein konzentrisches Kreisgebiet um Niamey mit einem Radius von über 100 km erfasst hat. In diesem Gebiet kann eine dramatische Verschlechterung agrarisch wichtiger Eckwerte des Naturhaushaltes nachgewiesen werden. Beispiele aus Nordtogo erklären anhand kleinräumig erhobener geomorphologischer, bodenkundlicher und agrarwissenschaftlicher Daten die gegenwärtig zu beobachtenden Landnutzungsmuster sowie die dadurch bedingte Intensivierung morphodynamischer Prozesse. Die Beispiele aus Niger und Togo belegen den engen Wirkungszusammenhang zwischen unangepassten Landnutzungsformen, vermehrter Erosion und einer Intensivierung des Desertifikationsprozesses quantitativ, die Beispiele aus Marokko zeigen praktikable, langfristige und effiziente Lösungsansätze auf.
Autor: Dieter Klaus

Quelle: Erdkunde, 56. Jahrgang, 2002, Heft 2, S. 238

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