Frank Norbert Nagel (Hg.): Kulturlandschaftsforschung und Industriearchäologie. Ergebnisse der Fachsitzung des 52. Geographentags Hamburg. Stuttgart 2001 (Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in Hamburg 91). 191 S.

Das Buch enthält folgende Beiträge: "Kulturlandschaftsforschung und Industriearchäologie - eine Standortbestimmung" (FRANK NORBERT NAGEL und WINFRIED SCHENK); "Von der Wüstungsforschung und Industriearchäologie zur integrierten Kulturlandschaftsforschung. Das Beispiel der Dynamitfabrik Krümmel bei Geesthacht" (MARTIN PRIES); "Der Erhalt und die Interpretation der Relikte der industriellen Revolution im Shropshire Kohlenfeld. Das industriearchäologische Konzept des Ironbridge Gorge Museums" (MALTE HELFER); "Industrielle Kulturlandschaften in Schweden: Nachhaltige Regionalentwicklung durch Kulturlandschaftspflege und Tourismus" (EVA KISTEMANN); "Regionalparks. Ein neues raumordnerisches Instrument zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Kulturlandschaft in Verdichtungsräumen - dargestellt an den Beispielen ,Rhein-Main' und ,Saar-Mosel-Maas'" (PETER MOLL); "Erhalt statt Abriß von aufgelassenen Industrieanlagen. Die vom Bergbau geprägte Kulturlandschaft im Bereich Grubenfeld Zollverein, Essen" (ROLF PLÖGER); "Vorarbeiten zu einem Kanallandschafts-Kataster: Stecknitz-Delvenau-Senke. Industriearchäologische Arbeitstechniken im Bereich einer historisch gewachsenen Wasserstraße" (GÖTZ GOLDAMMER); "Ein innerstädtischer Wasserweg als bedeutendes stadtgestaltendes Element: Der Isebekkanal in Hamburg" (MONIKA RULLE); "Die Umnutzung von Gebäuden und Industriebrachen in den USA - stadtplanerische und gesellschaftliche Aspekte" (KAROLIN FRANK).
In dem vorliegenden Band werden die Ergebnisse der Fachsitzung "Kulturlandschaftsforschung und Industriearchäologie" (Leitung: FRANK NORBERT NAGEL und WINFRIED SCHENK) vom 52. Deutschen Geographentag in Hamburg (1999) veröffentlicht. Auf der Fachsitzung konnten aus Zeitgründen nur vier Vorträge gehalten werden, obschon sich wesentlich mehr Interessenten für einen Vortrag gemeldet hatten. Umso erfreulicher ist es, dass in das Buch zusätzlich zu den gehaltenen Beiträgen noch vier weitere aufgenommen werden konnten. Sie stammen überwiegend von denjenigen Hamburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die Ausschnitte ihrer Arbeitsgebiete im Rahmen der begleitenden Posterausstellung "Hamburger Beiträge zur Kulturlandschaftsforschung und Industrierarchäologie" zur Diskussion gestellt hatten. Allen acht Aufsätzen ist in dem vorliegenden Band noch ein ausführlicher Grundsatzbeitrag von FRANK NORBERT NAGEL und WINFRIED SCHENK vorangestellt, in dem sie u. a. die aus der Abschlussdiskussion der Fachsitzung gewonnenen Erkenntnisse zusammenfassen.
Das Spektrum der behandelten Themen ist breit, wobei Projekte aus dem In- und Ausland Berücksichtigung finden. Über manche Projekte ist im historisch-geographischen Schrifttum bisher noch nichts oder erst sehr wenig berichtet worden. Besonders beachtenswert ist u. a. der Beitrag von E. KISTEMANN über die industriellen Kulturlandschaften in Schweden. Etwas deplatziert erscheint dagegen der Aufsatz von P. MOLL. Es ist kaum nachzuvollziehen, warum ausgerechnet Regionalparks ein neues raumordnerisches Instrument zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Kulturlandschaft sein sollen.
Insgesamt gesehen stellt der vorliegende Band mit seinen Beiträgen über viele neue Projekte zur Kulturlandschaftsforschung eine wesentliche Bereicherung zu den Themen Kulturlandschaftsforschung und Industrieentwicklung dar. Manche der beschriebenen Projekte dienen sicherlich als Anregung dafür, ähnliche Vorhaben auch in anderen in- und ausländischen Regionen durchzuführen.    
Autor: Rainer Graafen

Quelle: Erdkunde, 56. Jahrgang, 2002, Heft 4, S. 425-426


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