Anke Schüttemeyer: Verdichtete Siedlungsstrukturen in Sydney. Lösungsansätze für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Sankt Augustin 2005 (Bonner Geographische Abhandlungen 113). 159 S.

Die Verfasserin greift ein aktuelles Thema auf, nämlich die Frage, in welcher Form Nachhaltigkeit in die städtischen Planung Eingang gefunden hat bzw. welche Punkte hierbei besonders zu berücksichtigen sind.

Nach einem etwas kurzen Überblick über den Stand der Diskussion, die verstärkt seit etwa dreißig Jahren aufkam, sowie die Entwicklung internationaler und nationaler Leitbilder geht die Autorin auf ihr Fallbeispiel, nämlich Sydney, ein. Sie schildert zunächst die Entstehung der Siedlungsstruktur, wobei sie die Stadt nach verschiedenen sozio-demographischen Aspekten gliedert. Die große Ausdehnung Sydneys führt zu einer Reihe von ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen, die klar herausgestellt werden. Lösungsansätze wie "urban consolidation" und "compact city" werden sodann vorgestellt, deren Erfolg bzw. Misserfolg naturgemäß nicht auf der Basis einer gesamtstädtischen Untersuchung abzulesen ist. Aus diesem Grunde hat die Verfasserin vier Untersuchungsgebiete gewählt, die im Einzelnen analysiert werden. Am Beispiel von Ultimo/Pyrmont wird die Nachverdichtung innerstädtischer Räume und die Revitalisierung von Brachflächen untersucht; als Beispiel für verdichtetes Wohnen in multifunktionalen Vorortzentren wird Parramatta herangezogen; verdichtetes Wohnen in landschaftlich attraktiven Räumen wird an Dee Why erläutert und als traditionelle Einfamilienhaussiedlung in den äußeren Vororten kann West Pennant Hills angesehen werden. Auch diese einzelnen Beispiele werden mit demographischen Kriterien unterlegt. Eines der Zwischenergebnisse ist, dass verdichtete und funktional durchmischte Wohngebiete zu einer verringerten Automobilabhängigkeit führen - ein Resultat, das nicht wirklich überrascht. Interessant ist das anschließende Kapitel über die Akzeptanz verdichteter Wohngebiete in der Bevölkerung. Als positiv werden vor allem die Lagefaktoren und die Möglichkeit der fußläufigen Erreichbarkeit einzelner Ziele angesehen, als negativ werden Lärm, Verkehrs- und Umweltbelastung genannt.
Beides wird von der Verfasserin ausführlich dokumentiert. Abschließend wendet sich die Autorin der Frage zu, ob das Olympische Dorf als moderne Mustersiedlung betrachtet werden kann. Planung und Umsetzung werden überwiegend positiv beurteilt, jedoch ist eine Übertragbarkeit in großem Stil auf andere Stadtteile eher zu bezweifeln. Abschließend bewertet die Verfasserin den Zusammenhang von verdichteten Räumen und Nachhaltigkeit. Insgesamt handelt es sich um eine interessante Studie, deren Wert eher im empirischen Bereich liegt, obwohl auch grundsätzliche Erkenntnisse zum Zusammenhang von Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit gewonnen werden.    
Autor: Werner Kreisel

Quelle: Erdkunde, 60. Jahrgang, 2006, Heft 2, S. 204




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