Raumordnung und Medien. 24. Seminar für Landes- und Regionalplaner in Bayern. Hannover 2004 (Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Arbeitsmaterial 306). 34 S.

Im Rahmen einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung der ‚Bayerischen Landesplanung' und der ‚Akademie für Raumforschung und Landesplanung' wurde die Frage nach der Nutzung der Medien in der Raumordnung thematisiert. Die Teilnehmer sollten lernen, auf welche Weise sie mit sensiblen Fragen nach außen gehen können, wie sie eine vertrauensvolle wechselseitige Zusammenarbeit mit den Medienvertretern aufbauen und welche handwerklichen Voraussetzungen dazu gehören. In dem vorliegenden Heft sind vier Referatsbeiträge dieser Veranstaltung zum Abdruck gekommen.
Entsprechend der Zielsetzung der Veranstaltung richtet sich die Publikation an Personen, die in der raumordnerischen Praxis aktiv sind oder sich in anderen Bereichen erstmals mit Fragen einer verbesserten Außendarstellung und Öffentlichkeitsarbeit befassen. Wer sich aus wissenschaftlicher Perspektive mit grundlegenden Fragen der Raumordnung oder mit den Medien auseinander setzt, findet keine nennenswerten Anregungen.
Zentraler Ausgangspunkt der vier Beiträge ist die Feststellung, dass das Verhältnis zwischen Raumordnung und Medien prinzipiell schwierig ist, da die Materie im raumordnerischen Alltag trocken und abstrakt sei. Die Medien könnten den oftmals spröden Themen nicht viel abgewinnen, da sich Verkaufszahlen und Einschaltquoten damit nicht steigern ließen. In einem zweiten Argumentationsschritt wird die zunehmende Relevanz einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit und die Rolle der medialen Vermittlung betont, um abschließend auf erforderliche Verhaltensweisen und Skills hinzuweisen, die notwendig seien, um die Medien so zu bedienen, dass man Beachtung findet. Etwas unbefriedigend ist dabei der unreflektierte Blick auf die Medien, die als unveränderliche Größe begriffen werden. Der Raumordner habe sich den Spielregeln der Medien anzupassen, ohne dass diese Spielregeln hinterfragt oder deren Sinn aus der Perspektive der Raumordnung beleuchtet wird. So wird die umgekehrte Position, was die Medienvertreter denn von den Raumplanern lernen sollten, leider nicht thematisiert. Wünschenswert wären zudem konkrete Beispiele für aktuelle Themen der Raumordnung, die sich für eine mediale Berichterstattung besonders gut eignen.
Die Empfehlungen an die Raumordner sind sehr allgemein gehalten und nur selten auf den raumordnerischen Alltag bezogen. Ihre Beiträge und Pressemitteilungen sollten möglichst kurz und knackig sein, Fachausdrücke sind zu vermeiden ("KISS - Keep it simply stupid") und der selbstverständliche Umgang mit den modernen Kommunikations-tools der Medien sei zu erlernen. Die Personen mögen sich den Medien öffnen, lernen, die journalistischen Begrifflichkeiten zu unterscheiden, und sich um eine persönliche Ansprache zu den Journalisten bemühen. Wie gesagt, wer sich erstmals mit Fragen einer verbesserten Außendarstellung und Öffentlichkeitsarbeit befasst, findet in den vier Beiträgen einige sachdienliche Hinweise, selbst wenn man nicht unmittelbar in der Raumordnung aktiv ist, denn die Ratschläge und Empfehlungen sind leicht auf andere Bereiche übertragbar.   
Autor: Ivo Mossig

Quelle: Erdkunde, 60. Jahrgang, 2006, Heft 3, S. 293

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