Meike Fehrholz: Der Tourismus im Oberallgäu und im Oberwallis. Grundlagen und Raumrelevanzen, Struktur und Perspektiven untersucht am Beispiel ausgewählter Gemeinden. Düsseldorf 2006 (Düsseldorfer Geographische Schriften 42). 205 S.

Es gibt sie noch, die klassischen Studien zur Geographie des Tourismus. MEIKE FEHRHOLZ setzt sich in ihrer wissenschaftlichen Analyse, die am Geographischen Institut der Heinrich-Heine-Universität als Dissertation angenommen wurde, mit dem Tourismus im Oberallgäu und im Oberwallis auseinander.

Die Zielsetzung der Untersuchung über den Tourismus in den Alpen bezieht sich auf zahlreiche Themen: die naturräumlichen Grundlagen des Tourismus in den Alpen, den regionalwirtschaftlichen Stellenwert der Tourismus, die touristische Nachfrage und die ökonomischen Perspektiven auf regionaler und lokaler Ebene. Die Studie ist in die Darstellung der Ergebnisse für das Oberallgäu und für das Oberwallis sowie in Synthese und Ausblick gegliedert. Der Text beginnt gewissermaßen mit dem Einführungskapitel außerhalb der Studie. Auf kaum vier Seiten breitet die Verfasserin die Ausgangslage, die Zielsetzung, die Auswahl der Untersuchungsräume, den Aufbau der Arbeit sowie die gesamten benutzten geographischen, sozialwissenschaftlichen und statistischen Methoden aus. Danach arbeitet sie für die Regionen Oberallgäu und Oberwallis jeweils in einzelnen Kapiteln folgende Themen ab: Naturgeographische Grundlagen, Siedlungs- und wirtschaftsgeographische Grundlagen, Strukturwandel und tourismusinduzierte Raumrelevanzen, Touristisches Angebot, Quantitative touristische Nachfrage, Qualitative touristische Nachfrageanalyse sowie Positionierung und Perspektiven regionaler und lokaler Tourismussysteme. Abschließend folgen Synthese und Ausblick sowie die üblichen Verzeichnisse und ein Anhang bezüglich der Kartierungen und der Befragungen. Leider fehlt der Untersuchung aus wissenschaftlicher Perspektive betrachtet - und hierbei spielt die Annahme der Studie als Dissertation die maßgebliche Rolle - jeglicher wissenschaftstheoretischer Rahmen und jeglicher Bezug zu theoretischen Reflexionen zum Tourismus. Es ist schade, dass die Autorin ihre Analyse auf die ökonomisch-funktionale Dimension des Tourismus beschränkt. So ist es nicht verwunderlich, dass sie zu dem Ergebnis kommt, dass es den Tourismus im Alpenraum genauso wenig gibt, wie den Lösungsansatz für die zukünftige Entwicklung.
Die Studie ist eine handwerklich gut gemachte, anwendungsbezogene Arbeit, die für die lokalen und regionalen Tourismus- und Wirtschaftsplaner sicherlich von hohem Interesse ist.    
Autor: Anton Escher

Quelle: Erdkunde, 61. Jahrgang, 2007, Heft 2, S. 208

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