Liebe Leser, wir bitten Sie um Ihre Mithilfe!

geographische revue und raumnachrichten.de sind seit einiger Zeit in einem Diskussionsprozess über die Umgestaltung beider Medien. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass Wissenschaftskommunikation in den letzten Jahren durch Digitalisierung des Publikationswesens, durch Open-Access-Bewegung, Wissenschaftsblogs, soziale Medien etc. tief greifenden Umwälzungen unterliegen. Wir sind der Meinung, dass die Chancen, die dieser Prozess bietet, für die Geographie und die sozialwissenschaftliche Raumforschung intensiver genutzt werden sollte.

Wir sind der Meinung, dass Ihre Erfahrungen und Ansichten dazu auch für uns von großer Wichtigkeit sind und möchten Sie daher heute um Ihre Hilfe bitten.

 

Wissenschaft machen im Zeitalter des Internets

Digitalisierung und Open Access verfolgen das Ziel, das innerhalb unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen hergestellte Wissen im Internet offen und frei zugänglich und für andere Wissenschaftler sowie die außeruniversitäre Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Open Access ermöglicht die breite Rezeption von Forschungsergebnissen über Fächergrenzen hinweg, fördert die Sichtbarkeit von Forschung und erleichtert den Wissenstransfer der Erkenntnisse in die Gesellschaft.

Digitalisierung bedeutet allerdings keine vollständige Ablösung der Printmedien sondern sollte als sinnvolle Ergänzung zu traditionellen Zeitschriften und Büchern gesehen werden. Die Transformation des wissenschaftlichen Publikationswesens fordert von allen Beteiligten – Autoren, wissenschaftlichen Einrichtungen, wissenschaftlichen Förderorganisationen, Verlagen, Bibliotheken – eine Überprüfung und eine Neudefinition ihrer Rollen im akademischen Kommunikationsprozess. Die größte Herausforderung bei der Überführung in den Open Access besteht jedoch in der Überzeugungsarbeit, die bei Wissenschaftlern und Autoren zu leisten ist. Gerade in Geographie und sozialwissenschaftlicher Raumforschung kann man den Eindruck gewinnen, dass die beschriebene Entwicklung im Vergleich zu anderen Disziplinen erst am Anfang steht. Die erfolgreiche Etablierung eines Open-Access-Journals ist aus diesem Grund kein Selbstläufer.

Bedenken gegenüber Open-Access-Journals speisen sich häufig aus der Skepsis, ob der Qualitätssicherung genügend Beachtung geschenkt wird. Diesen Vorbehalten kann begegnet werden, indem die Möglichkeiten der Digitalisierung auch beim Peer-Review neu ausgelotet werden. Es bietet sich z. B. an, die Arbeit der Gutachter so weit wie möglich transparent zu gestalten und diese in den Veröffentlichungsprozess mit einzubeziehen.

Wir wenden uns heute mit der Bitte an Sie mit uns in einen Dialog über die Chancen der Digitalisierung in Geographie und Raumforschung zu treten. Konkret haben wir folgende Fragen an unsere Leser:

  • Was halten Sie von der Umwandlung der geographischen revue zu einem Open Access Journal? Welche Argumente sprechen für dieses Vorhaben, welche dagegen?

  • Es gibt Überlegungen, geographische revue und raumnachrichten.de zusammenzuführen. Würden Sie es begrüßen, wenn das Open Access Journal geographische revue unter dem Dach von raumnachrichten.de erscheint?

  • Wären Sie als Autor auch bereit in der geographischen revue als Open Access Journal zu veröffentlichen?

  • Sollte die geographische revue als Open Access Journal ihre Erscheinungsweise in regelmäßig erscheinenden Ausgaben beibehalten oder diese Anlehnung an die Print-Ausgabe ganz aufgeben?

  • Welche Haltung haben Sie zu der Absicht, das Begutachtungsverfahren von eingereichten Beiträgen öffentlich zu machen? Wären Sie dazu als möglicher Gutachter bereit? Wären Sie dazu als möglicher Autor bereit?

  • raumnachrichten.de erscheint seit September 2009. Die beiden wichtigsten Formate sind „Rezensionen“ und „Diskussionen“. Haben Sie Vorschläge um welche anderen Inhalte unsere Internetplattform erweitert werden sollte?

  • Die Kommentarfunktion auf raumnachrichten.de wird bisher noch wenig genutzt. Kennen Sie die Gründe, warum das so ist und können Sie Vorschläge machen, wie man mehr Leser durch die Nutzung der Kommentarfunktion in die wissenschaftliche Diskussion einbeziehen kann?

  • Auf raumnachrichten.de sollen interaktive Möglichkeiten des Internets ausprobiert werden. Wissenschaftsblogs ermöglichen einen disziplinübergreifenden Austausch der Wissenschaftskommunikation. Blogs können sich als „Schaufenster der Forschungstätigkeit“ darstellen; hier kann – anders als in Zeitschriften – auch „Unfertiges“ oder „Meinungsstarkes“ zur Diskussion gestellt werden. Würden Sie ein solches Blog mit Interesse verfolgen und könnten Sie sich vorstellen, selbst als Blog-Autor aufzutreten?

 

Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie auf unsere Fragen eingehen könnten und sind natürlich auch offen für andere Hinweise. Auch kurze Statements sind sehr willkommen.

 

Für die Redaktion

                                                                                 Jörg Becker

 

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